Stillstand & Beschleunigung

Im Erwachen aus dem Glauben an ein unfehlbares System, sieht sich unsere konsum- und marktorientierte Gesellschaft mehr denn je mit unterschiedlichsten Ausprägungen von Vergänglichkeit konfrontiert. Die beteiligten KünstlerInnen sind dazu eingeladen, sich mit ephemeren Erscheinungen im persönlichen, kulturellen, wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Kontext auseinanderzusetzen. Ziel dieser Auseinandersetzung ist es, Berührungspunkte unserer Gesellschaft mit Vergänglichkeit zu veranschaulichen und dem Betrachter den Sprung auf eine meta-reflektive Ebene zu ermöglichen. Im Zuge dessen soll auch die Rolle und das Potential von Kunst in Krisenzeiten hinterfragt werden.

Heute sind Dinge möglich, die vor 20 Jahren noch Utopien waren. Die Entwicklungsschritte der Menschheit werden größer und hochfrequenter. Technologischer Fortschritt bewirkt eine Beschleunigung von Mobilität, Kommunikation und Produktivität. Multimediale Massenkommunikation, digitale Archive und kollektive Wissensproduktion machen Informationen jederzeit und überall verfügbar und sorgen für einen nicht abreißenden Informationsfluss und eine beständige Reizüberflutung. Die daraus resultierende Aufmerksamkeitsökonomie bewirkt in vielen Fällen Kurzlebigkeit und fehlenden Tiefgang. Besinnung und Konzentration nimmt ab, Belustigung und Ablenkung hingegen zu. Sozialität verschiebt sich zunehmend in virtuelle Gefilde. Die Menschheit scheint sich in einem Exzess aus Information und Konsum zu verlieren.

KünstlerInnen: Bernhard Buhmann, Emanuel Jesse, Karl Karner, Aneglika Loderer, Nana Mandl, Bernd Oppl, Kurt Prinz, Valentin Ruhry, Anita Schmid, Katharina Schmidl, Christopher Sturmer, Letizia Werth, Gerald Zahn.

Fotos: Claudio Farkasch

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